Bodenwasser und Sonne lesen

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Die Kachel „Bodenwasser & Sonne“ auf der Seite eines Grundstücks oder Baums schätzt, wie viel Wasser gerade im Boden ist. Oben steht der Stand in Worten – von „praktisch ausgetrocknet“ bis „feucht“ – mit einem Balken. Klappst du sie auf, siehst du die Werte dahinter, etwa den Regen der letzten 14 Tage und die Sonnenenergie. Das Ganze ist eine Schätzung aus Wetterdaten und Bodenkarte, keine Messung. Ob gegossen werden sollte, steht unter Maßnahmen → Vorschläge im Abschnitt „Gießen“.

Mehr Möglichkeiten & Experten-Tipps

Was die Worte bedeuten

Die Prozentzahl sagt, wie voll der Wasserspeicher im Boden ist:

  • unter 10 %: praktisch ausgetrocknet
  • 10 bis unter 30 %: sehr trocken
  • 30–50 %: trocken
  • über 50 bis 80 %: gut versorgt
  • über 80 %: feucht

Die Werte beim Grundstück

  • Geschätzt bis 1 m: der Stand im ersten Meter Boden.
  • Jungbäume: aufklappbar je junger Baum sein eigener Stand, Standjahr bzw. Altersstufe und wann zuletzt gegossen wurde.
  • DWD-Bodenfeuchte: der Wert des Deutschen Wetterdienstes an seiner Station, zum Vergleich.
  • Regen letzte 14 Tage.
  • Sonnenenergie: die Sonne der letzten 7 Tage am Grundstück, gemessen per Satellit, und wie viel mehr oder weniger das ist als an der Wetterstation.
  • Bodenspeicher: wie viel Wasser der Boden halten kann, zum Beispiel „mittel, ca. 180 mm je Meter“. Er kommt in Hessen und Nordrhein-Westfalen aus der Bodenkarte des Landes, anderswo ist es ein Ersatzwert.
  • Bodenpunkte: wie ertragreich der Boden laut amtlicher Bodenschätzung ist (Acker- bzw. Grünlandzahl, Skala 7 bis 100). In Hessen stehen Mittel und Spanne im Grundstück da, etwa „ca. 73 (72–82)“, dazu das amtliche Ertragspotenzial; in Nordrhein-Westfalen nur eine grobe Spanne aus der Übersichtskarte. Wo es keine Bodenschätzung gibt (zum Beispiel Wald oder andere Bundesländer), steht „keine Bodenschätzung vorhanden“. Die Bodenpunkte ändern die Bodenfeuchte nicht; der Leitfaden „Streuobstwiesen im Klimawandel“ empfiehlt für Streuobst mittlere bis hohe Werte.
  • Grundwassernähe und Lage und Schatten, sofern bekannt.
  • Stand: Sind die Wetterdaten veraltet, steht es hier.

Wie genau gerechnet wird und welche Stationen dahinterstehen, erklärt „So schätzen wir“ ganz unten in der Kachel. Ganz oben in der aufgeklappten Kachel steht der Standort in einem Satz, zum Beispiel „Südhang, kleiner Bodenspeicher“.

Am jungen Baum

Bei einem jungen Baum stehen statt des ersten Werts der Wurzelraum (zum Beispiel „0,6 m · 2. Standjahr“), „Zuletzt gegossen“ und der Stand des Grundstücks. Als jung zählt ein Baum bis zum 10. Standjahr nach seinem Pflanzjahr; ohne Pflanzjahr entscheidet die Altersstufe (Jungbaum oder Aufbau). Ein erledigtes Gießen zählt in der Schätzung pauschal wie 50 Liter auf einen Quadratmeter Baumscheibe.

Gießempfehlung

Unter Maßnahmen → Vorschläge, Abschnitt „Gießen“, steht je Grundstück eine Ampel mit einem Satz wie „bald gießen“: grün über 50 %, gelb 30–50 %, rot unter 30 %. Ein Knopf darunter legt die Maßnahme „Gießen“ gleich für die Bäume mit Bedarf an. Das Dashboard zeigt unter „ToDos“, wie viele Grundstücke jetzt oder bald Wasser brauchen.

Woher die Daten kommen

Regen und Verdunstung kommen täglich vom Deutschen Wetterdienst, von der nächsten Station bis 50 km Entfernung. Gibt es dort keine, steht „hier nicht verfügbar“.

Warum bei einem neuen Grundstück noch Werte fehlen

Manche Daten holt die App erst nach dem Anlegen ab. Den Boden ermittelt sie wenige Minuten nach dem Speichern aus der Bodenkarte des Landes – solange steht „wird gerade ermittelt“, danach lädt die Kachel einmal von selbst neu. Wetter und Sonnenenergie kommen einmal am Tag; für eine neue Gegend steht dann zum Beispiel „ab morgen ca. 14 Uhr“. Das ist kein Fehler, du musst nichts tun. Klappst du die Kachel auf, steht dort der Grund.

  • dauert länger als üblich: Der Abruf hat nicht geklappt; die App nennt den nächsten Versuch und wann die Daten dann voraussichtlich da sind.
  • hier nicht verfügbar: Für diesen Ort gibt es die Daten nicht, zum Beispiel keine Wetterstation im Umkreis von 50 km.

Dieselbe Angabe steht in der Zeile „Boden“ der Grundstücksseite, bei der Sonnenenergie, in der Gießempfehlung und beim Anpassen des Bodenspeichers.

Genauer machen

Kennst du dein Grundstück besser als die Karte, passt du die Schätzung unter „Bearbeiten“ auf der Grundstücksseite im Bereich „Bodenwasser & Sonne“ an:

  • den Bodenspeicher zwischen 50 und 200 % des Kartenwerts,
  • die Grundwassernähe (keine, mittel, hoch) – nahes Grundwasser liefert jeden Tag etwas Wasser von unten,
  • Lage und Schatten (zum Beispiel Südhang oder beschattet) – sie ändern die Verdunstung.

Grundstück bearbeiten, Bereich „Bodenwasser & Sonne“: Regler „Bodenwasserspeicher anpassen“ auf 100 %, darunter die Auswahl „Grundwassernähe“ und „Lage“ und das Feld „beschattet“

Eine Vorschau zeigt sofort, was sich ändert.

Wer darf das? Die Kachel sehen alle. Die Werte im Bereich „Bodenwasser & Sonne“ ändern nur Inhaber:innen und die Verwaltung.

Bodenanalysen eintragen

Hast du eine Bodenprobe im Labor untersuchen lassen, trägst du die Werte auf der Grundstücksseite im Abschnitt „Bodenanalysen“ ein: Tippe auf „+ Analyse“ und übernimm, was im Laborbericht steht – Datum der Probe, Probenstelle, Tiefe, Bodenart, pH, Humus sowie Phosphor, Kalium und Magnesium in mg/100 g mit der Gehaltsklasse A bis E. Außer dem Datum ist alles freiwillig. Den Bericht selbst legst du als Foto am Grundstück ab.

Abschnitt „Bodenanalysen“ auf der Grundstücksseite: oben „+ Analyse“, darunter der Verlauf von pH, Humus, Phosphor, Kalium und Magnesium zwischen zwei Analysen und die letzte Analyse im Einzelnen

Der Abschnitt ist zunächst zugeklappt; oben steht, wie viele Analysen es gibt und von wann die letzte ist. Aufgeklappt zeigt er ab zwei Analysen den Verlauf je Wert, zum Beispiel „pH 5,8 (2022) → 6,3 (2026)“, darunter alle Analysen mit „Ändern“ und „Löschen“. Ein pH-Wert unter 6 und Humus unter 2,5 % gelten laut Leitfaden „Streuobstwiesen im Klimawandel“ als ungünstig – das steht dann neben dem Wert. Phosphor, Kalium und Magnesium bewertet die App nicht und gibt keine Düngeempfehlung; maßgeblich ist die Gehaltsklasse des Labors. Der Leitfaden rät zu Proben aus dem Traufbereich in 15–30 cm Tiefe, vor dem Pflanzen sowie vor und nach einer Düngung.

Wer darf das? Die Analysen sehen alle, auch Paten. Eintragen, ändern und löschen dürfen nur Inhaber:innen und die Verwaltung.